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Wir haben gleich ab
Lektion 1
die Töne der C-Dur-Tonleiter wie folgt benannt:
C‑D‑E‑F‑G‑A‑B
Aus dem Musikunterricht kennt man das vielleicht anders: Da wurde der siebte Ton meist nicht B sondern H genannt. Erst vermindert (also mit dem Vorzeichen b versehen) wurde er zum B. Diese Bezeichnungen sind nicht falsch, aber leider nicht allgemeingültig.
In den meisten Ländern bezeichnet man den siebten Ton als »B« und kennt überhaupt keinen Ton namens »H«. Mittlerweile hat diese Konvention auch im deutschen Sprachraum Einzug gehalten und stellt eigentlich eine Vereinfachung dar.
Für das »H« gab es im Mittelalter tatsächlich gute Gründe. Die Legenden von wegen Schreibfehler etc. sind tatsächlich nur Legenden. Die wahren Gründe sind sehr komplex. Von Deutschland ausgehend verbreitete sich das »H« in einigen Ländern.
Heute spricht wenig für das »H«, aber es scheint schwer, Gewohnheiten (und bestehende Fachbücher) zu ändern. Mittlerweile ist das »H« aber in vielen musikalischen Umgebungen ganz verschwunden: Auch im deutschen Sprachraum nennen Jazz- und Pop-Musiker den siebten Ton jetzt »B«. Dem erniedrigten B wird - wie bei anderen Tönen auch - ein kleines »b« angehangen; es wird also »Bb« bezeichnet. Folgerichtig kann man das »Bb« in der gesprochenen Sprache auch als »Bes« bezeichnen; genau so, wie man ein erniedrigtes G ja auch »Ges« nennt. Und das erhöhte B? Das entspricht in der Tonhöhe ja dem C, kann aber theoretisch als sogenannte enharmonische Verwechslung von C auftauchen. Wenn man es wirklich einmal brauchen sollte, verwendet man die gleichen Schreib- und Namens-Regeln wie für alle anderen Töne: Das erhöhte B schreibt man »B#« und ich nenne es »Bis«.
In internationalen Ensembles wird oft Englisch als gemeinsame Sprache gewählt. Etablierte italienische Fachbegriffe bezüglich Dynamik, Ausdruck und Tempo bleiben natürlich gültig, aber der Rest ist meist dann auch englisches Vokabular. Ein paar Sachen, die man sich merken sollte:
Die Basis eines Akkords wird heute, besonders im internationalen Umfeld, meist als Großbuchstabe geschrieben; auch bei Moll-Akkorden. Um so wichtiger ist es, dass Moll durch ein angehangenes »m« gekennzeichnet wird. Im Jazz-Bereich wird statt des »m« meist ein Minus-Zeichen angehangen. Damit beschreiben folgende Zeilen exakt das gleiche:
C am dm7 G7 C Am Dm7 G7 C A- D-7 G7
In Lektion 7 wurde der Add9-Akkord kurz vorgestellt. Mit wachsender Beliebtheit im Pop-Genre hört man vermehrt eine falsche Akkordbezeichnung: Wenn der Gitarrist sagt, er spiele »A neun«, dann sollte er auch A9 (den Dominantseptnonenakkord A-C#-E-G-H) spielen und nicht Aadd9 (A-C#-E-H). Oder einfach »A add neun« sagen. Denn Sprache ist wichtig.